Rick’s Raceline Roadster

Mit einem ordentlichen Trommelwirbel hat Harley-Davidson im Frühjahr 2016 ein neues Modell präsentiert. Die Roadster baut auf für die XL Modelle typischen Baugruppen, wie dem Schleifenrahmen mit parallelen Downtubes und dem bewährten Antriebsstrang mit integriertem Getriebe. Die Neue mit dem zusätzlichen CX im Kürzel ist zweifellos die sportlichste Sportster, die bis dahin aus Milwaukee kam. Nicht sportlich genug, fand man bei Rick’s Motorcycles in Baden-Baden und hauchte dem Eisen mit ein paar gezielten Handgriffen eine deutlich konsequentere Linie ein.

Es ist noch gar nicht lange her, da waren Sportsters als Mädchenmopeds verschrien. Während Vati sich einen Big-Twin gönnte, wurde Mutti mit einer Sportster ruhig gestellt. Diese Zeiten liegen, spätestens seit der Einführung der Forty Eight Modelle, hinter uns und das ist gut so. Inzwischen sind die XLs auch unter Kerlen begehrte Basen für Custom-Projekte aller Art.

Bei Rick’s Motorcycles in Baden-Baden widmet man den Sportsters bereits seit Jahren eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Als zu Anfang des Jahres bekannt wurde, dass eine deutlich sportlichere Sportster das Portfolio der Company bereichern soll, hat man sich bei Rick’s bereits die Hände gerieben. Schließlich befasst man sich in Baden-Baden schon lange mit dem Customizing der XLs. Auf den ersten Blick erscheint das Serienmodell erst einmal wie eine weitere Sportster Variante. Bei etwas intensiverer Betrachtung fällt auf, dass das gesamte Frontend, mit seinen 42 Millimeter Upside Down Rohren und der Doppel-Scheibenbremse neu ist. Vielleicht merkt man auf den zweiten Blick, dass auch das Sitzmöbel deutlich sportlicher ausfällt und das Raddesign komplett neu ist. Ganz schön sportlich, die Neue. Aber für den Geschmack des badischen Customizers eben noch lange nicht sportlich genug.

Rick’s Motorcycles ist zwar ein offizieller Harley-Davidson Dealer, aber eben auch ein namhafter Teilehersteller und Customizer. Die Motorradveredler wussten sofort, wie man der XL1200CX mit wenigen Handgriffen eine deutlich sportlichere Linie einhaucht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man in den letzten Jahren reichlich Teile für Sportsters entwickelt hat, die nun allesamt auch an die Neue passen. Allen voran wäre das GFK-Heckteil zu nennen, das inklusive Sitz-Grundplatte bei Rick’s in Serie gefertigt wird. Ebenso taufrisch ist der Luftfilter in angesagtem Bicolor. Zwar sieht der den alten Rick’s Luftfiltern zum verwechseln ähnlich, jedoch wurde die neue Generation komplett neu konstruiert. Wer sich nach der Montage eines Zubehörluftfilters jemals über hässliche Spratzer gewundert hat, die Krümmerrohre und Chrom verunstalten, dem sei gesagt, dass die neuen Beatmungsgeräte über ein ausgeklügeltes Rückführungssystem verfügen, welches den Flüssigkeitsaustritt gezielt verhindert. Ein weiteres, ebenso feines Detail ist der neue Tachobecher. Das Gehäuse gibt es zwar auch in ähnlicher Form für alle anderen Sportsters, jedoch musste das Ding für die Roadster neu gezeichnet werden. Neues Frontend bedeutet in dem Fall auch neue Gabelbrücken, mit denen der Neuzugang ausgeliefert wird und an diese passte die Aufnahme nicht. Bei dem aus dem Block gefrästen Gehäuse kann der OEM-Tacho, sowie sämtliche Kontrolleuchten aus der Serienmaschine übernommen werden.

Statt des serienmässigen Lenkrohrs wurde hier ein Stummellenker verbaut, der sich in jede erdenkliche Position verstellen lässt. Die Lenkerenden werden von allerfeinsten Griffen aus der badischen Edelschmiede umhüllt. Brems- und Kupplungshebel sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern dank Rastenverstellung auch extrem komfortabel.

Brandneu sind auch Rick’s Y-Spoke Wheels. Die filigranen Rundlinge in 3,0 x 19 und 5,5×18 Zoll werden, anders als ihre historischen Vorbilder aus den Achtzigern, nicht gegossen, sondern aus dem vollen Schmiedeblock gefräst. Bei der Schwinge handelt es sich um die Serien-Kastenschwinge, die von Rick’s mit einer Rohrkonstruktion verstärkt wurde. Mit dem hier verbauten Pulley-Versatz Kit und einer modifizierten Schwinge lassen sich problemlos Reifenbreiten von bis zu 240 mm mittig montieren. Bei diesem Projekt ging es jedoch um die sportliche Note und somit begnügte man sich mit einem fast schon moderaten 160er Pneu.

Erst nachdem das Bike Street Legal fix und fertig war, entstand die Idee, damit auf die Piste zu gehen. Für ein Beschleunigungsrennen wie der Essenza, bei dem im Zweikampf KO-Verfahren der Sieger ermittelt wird, muss man natürlich noch einmal die sprichwörtliche Schaufel oben drauf packen.

Ein weiteres, markantes Bauteil ist die zwei in eins Krümmer- und Dämpferanlage. Spätestens an dieser Stelle müssen wir euch enttäuschen, denn das schicke Rohrwerk ist nicht auf den Werkbänken in Baden-Baden entstanden. Viel mehr handelt es sich um ein Designpart aus dem österreichischen Linz. BSL baut diese Edelstahl Tüten überwiegend in Handarbeit in kleinen Serien. Für die Roadster wurde das Modell „The Bomb“ ausgewählt, das, wie die meisten Anlagen aus dieser Manufaktur, über eine EG-ABE verfügt. Neuer Luftfilter und neue Abgasanlage bedeuten, im Zeitalter moderner Einspritzanlagen und Motorsteuerungen, immer auch eine Anpassung des Mappings, da bildet diese Roadster keine Ausnahme.

Wer nun glaubt, dass er mit diesem Rick’s Umbau eine sündhaft teure Edelsporty vor sich hat, der liegt in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Neupreis damit locker mehr als verdoppelt hat, gar nicht so verkehrt. Aber schließlich soll die Roadster aus Baden-Baden nur zeigen, was alles möglich ist. Wer darüber nachdenkt, eine Sportster zu pimpen, der kann jeden „Bauabschnitt“ auch separat umsetzen. Alle Komponenten sind bei Rick’s sowohl für die Roadster, als auch für alle anderen Sportster Modelle erhältlich und können auch problemlos einzeln verbaut werden.

Auf jeden Fall beweist Rick’s Roadster Interpretation, dass man der Serienvariante mit verhältnismässig geringem Aufwand einen deutlich sportlicheren Look verpassen kann. Von einem „Mädchenmoped“ ist das Bike weit entfernt, obwohl man davon ausgehen kann, dass auch das weibliche Geschlecht seine helle Freude daran haben dürfte.

 

Text & Fotos: Peter Schulz

Model: Dom I. Nik

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