Rick’s personal Power Shooter

Die Road Glide ist ein klassischer Tourer, dessen Vorzüge oft verkannt werden. Dabei macht das Bike nicht nur auf langen Autobahnpassagen so richtig Freude, sondern weiß auch auf kurvigen Bergpassagen zu überzeugen.
Rick’s wäre nicht Rick’s wenn die Baden-Badener Edelschmiede dem Strassen Gleiter nicht auch noch ein sattes Upgrade verpasst hätte. Von allem etwas mehr war die Devise, bei dem Bike, dass Rick persönlich über die Pisten treiben will. 23 Zoll Vorderrad, ein deutliches Leistungsplus und natürlich ein paar recht moderate optische Modifikationen. Das Ergebnis ist ein Spaßmobil, dass in allen Lebens Straßenlagen eine überzeugende Performance abliefert.

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Harley-Davidson Road Glide

Rick ist der führende Kopf des nach ihm benannten Unternehmens. Es ist schon einige Jahre her, dass er sich selbst eine Road Glide aufgebaut hat und mit eben dieser ganz besonders viel Spaß hatte. Zugegeben, die Road Glide zählt diesseits des großen Teiches nicht unbedingt zu den begehrtesten Bikes und auch auf der Wunschliste der Custom Freunde rangiert der Gleiter nicht unbedingt auf den vorderen Rängen. Aber wer einmal ein paar Kurven mit der Road Glide umschifft hat, wird bestätigen können, dass die Dinger mit Ihren hervorragenden Fahreigenschaften zu punkten wissen. Seiner alten Road Glide weinte Rick deshalb so manche Träne nach und es war sicher, dass er sich, wenn er sich selbst noch einmal ein Bike aufbauen würde, es eben genau diese Basis für seine ganz persönliche Spaßmaschine sein mußte. Und wenn der Rest der Welt diesen Tourer für ein hässliches Entlein hält, so ist es für den Master Builder um so mehr eine Herausforderung, daraus einen prunkvollen Adler zu zaubern.

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Natürlich zählt auch bei diesem Bike die Gesamtoptik und vergleicht man diese mit der Serie, kann man wohl anstandslos bestätigen, dass diese nach dem Rick’s Facelift deutlich ansprechender geworden ist. fangen wir am Frontend an, schließlich haben die Jungs aus Baden-Baden hier die wesentlichsten Änderungen vorgenommen. 23 Zoll misst der Rundling, der hier die richtige Richtung einschlägt. Natürlich kann man bei Rick’s noch deutlich größer, aber für Rick’s personal Bike sollte es dieses Mal nicht mehr sein. keine Frage, dass auch dieses Rad aus der eigenen Produktion stammt. das Schmiederad hört auf den trefflichen Namen “Rick Rod” und wurde für diesen Einsatz komplett schwarz beschichtet. Als Stopper kommen hier ebenfalls Bremsscheiben aus dem Hause Rick’s zum Einsatz. 13 Zoll messen die Scheiben, die bei Rick’s unter der Bezeichnung Seven Sins geführt werden.

Wählt man ein größeres Vorderrad, ändert sich sogleich auch die gesamte Fahrzeuggeometrie. Damit der Nachlauf nach dem Größenzuwachs optimal bleibt, müssen also auch weitere Modifikationen folgen. Bei Rick’s Motorcycles kennt man das Problem natürlich schon lange und hat eigens zu diesem Zweck längst eine 7-Grad Gabelbrücke konstruiert, mit der sich der größere Raddurchmesser ausgleichen lässt. Großes Rad bedeutet aber auch, dass die ursprüngliche Radabdeckung getrost in die Tonne befördert werden darf. Muß an dieser Stelle eigentlich erwähnt werden, dass Rick’s einen Frontfender in Kleinserie fertigt, der haargenau auf die größeren Rad-Dimensionen abgestimmt wurde?

Der Customizer aus Baden-Baden liefert auch Lenkstangen in unterschiedlichen Dimensionen. keine Frage, dass hier auch ein eigenes Rohr montiert wurde. Das teil ist nicht nur schick, sondern auch besonders praktisch und sorgt obendrein noch für eine deutlich entspanntere Sitzposition. Das Edelstahlrohr hat einen Durchmesser von 30 Millimetern, eine Höhe von 220 Millimetern und eine Breite von 895 Millimetern. das Design erlaubt es, dass die Griffe spürbar näher nach hinten rücken. Die aufrechtere Sitzposition ist nicht nur deutlich angenehmer, sondern optimiert auch die Gewichtsverteilung.

Kommen wir an dieser Stelle aber zu den Modifikationen, die zwar deutlich spürbar, aber auf den ersten Blick kaum ins Auge springen. Der gesamte Antrieb hat eine ordentliche Kraftkur wohlwollend über sich ergehen lassen. damit sich das Gesicht des Piloten beim beherzten Zug am Gasgriff auch ordentlich verzerrt, waren einige Kunstgriffe erforderlich. Sreamin’ Eagle heißt das Zauberwort. Harley’s Tuning-Abteilung stellt für die Touring Modelle verschiedene Kits bereit, die tatsächlich zu dauerhaften Entgleisungen der Gesichtszüge führen könnten. Stage 4 ist das MAximum des Möglichen, was hier selbstredend auch zum Einsatz kommt. Im Klartext heißt das, von allem deutlich mehr und von allem nur das Feinste. Neue Big Bore Zylinder, die fortan 114 Kubik Inches zur Verfügung stellen. Das bedeutet neue Schmiedekolben, neue Zylinderköpfe samt Abdeckungen. Neue Nockenwelle, neues Manifold und vieles mehr. das Ganze wurde mit einem Screamin’ Eagle Auspuff und Rick’s hausgemachtem Luftfilter kombiniert. So viel zur Hardware, bei modernen Motorrädern muß nun aber auch noch die Software angepasst werden. Also fix noch den Screamin’ Eagle Super Tuner Pro angeklemmt und ab auf den Prüfstand. Natürlich gibt es vorgefertigte Mappings für alle erdenklichen Komponenten und Kombinationen. Bei Rick’s versteht man das allerdings nur als Grundeinstellung, auf der man aufbauen kann. Die Feinabstimmung erfolgt in aufwändiger Handarbeit, beziehungsweise in langwierigen Prüfstandsläufen. Das Ergebnis ist es am Ende allemal wert. Wie war das mit den dauerhaften Gesichtsentgleisungen? genau… wer jemals mit diesem Treibsatz über den Asphalt geflogen ist, dem kann man diesen Erfahrungsgewinn noch viele Tage danach eindeutig ansehen.

Wer so viel Understatement unter dem Tank verbirgt, der braucht nicht viel Bling-Bling, um auf sich aufmerksam zu machen. Staunende Blicke erntet dieser Kraftprotz spätestens beim ersten Ampelsprint und nicht auf der Showmeile.  Auf Chrom und polierte Flächen konnte man also getrost verzichten, statt dessen wurde eben diese Flächen fast alle schwarz beschichtet. Das Ergebnis trumpft grade mit dieser Schlichtheit ganz besonders auf und ist dennoch von “Schwarz-Weiß Malerei” weit entfernt.

Dank nahezu perfekter Fahrzeuggeometrie liegt die Road Glide sogar einen Tick besser auf der Straße, als die Serie. Selbst enge Serpentinen werden Zielgenau und präzise umrundet. Die Premiere hat das Bike übrigens in den Pyrenäen gefeiert und wenn wir feiern sagen, darf man das durchaus wörtlich nehmen. Nach einigen wohl dosierten Drehbewegungen mit der rechten Hand ist dem Customizer aus Baden-Baden der Kitt aus der Ray Ban gerieselt, ganz abgesehen vom leicht verklärten Blick, den, wie eingangs erwähnt fast jeder trägt, der das Vergnügen hatte, auf diesem weißen Schimmel zu galoppieren.

 

An der letzen Road Glide hatte Rick nicht allzu lange Freude. Nicht dass das Teil den Geist aufgegeben hätte, viel mehr ist es das Schicksal eines Harley-Davidson Händlers, dass immer irgendwoher jemand kommt, der einen Haufen Scheine auf den Tresen blättert und das gute Stück spätestens dann den Besitzer wechselt. Dieses Mal, so behauptet Rick, lässt er sich das Vergnügen nicht so schnell verderben, da kann kommen wer will. Erstens macht das Teil unglaublichen Spaß und zweitens würde er dann wieder ohne einen fahrbaren Untersatz dastehen und beides geht eben absolut nicht.

Da bleibt es nur zu hoffen, dass der Meister lange standhaft bleiben kann, damit besagtes Dauergrinsen noch möglichst lange erhalten bleibt.

 

Text: Peter Schulz

Fotos: Peter Schulz & J.Kühn

 

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