Bikes

Voodoo Lounge

Rick´s lässt rollen:

1.800 km Hardcore-Test für die 300 Fat End-Schwinge mit Umlenkung

Bei Rick´s gibt es keine halben Sachen. Wenn man Bikes testet, dann gleich richtig und auf „Strecke“. Was andere Leute als Urlaubstrip ansehen würden, kann auch in harte Arbeit ausarten. Von Baden-Baden über Grenoble, Route Napoleon, Barcelonette, Gran Canyon du Verdon, Grasse, Saint Tropez und Cassis nach Marseille klingt nach Traumtour, vor allem, wenn man dafür fünf Tage einrechnet. Mit zwei brandneuen Aufbauten, der „Voodoo Lounge“ und dem neuen Starrahmen „Cafe Rodder“ machte sich Firmenchef Patrick Knoerzer in Begleitung einiger Rick´s-Kunden, SKS und seines Haus-Tuners Günther Sohn auf den heißen Ritt durch die französischen Alpen. Ziel: Die Alltagstauglichkeit des neuen Stock Wide-End-Kits zu beweisen. 

Zunächst ist es nur ein Grollen im Nebel, welches sich immer weiter verstärkt, bis schließlich im Dunst ein Licht auftaucht und sich die Umrisse eines Motorrades abzeichnen, das in schnellem Tempo näher kommt. Wuchtig, breit und niedrig donnert die Maschine aus der Nebelwand, stürzt sich in die Rechtskurve, nebenan gähnt ein 600 Meter tiefer Abgrund in die Schlucht deren Grund man im Nebel nicht mal ahnen kann. Bergwärts stürmt das Bike, dem schmalen aspahltiertem Band folgend, welches dem Himmel entgegenstrebt. Das fette 300er Hinterrad wirft noch ein paar Steine in die Luft, dann verschwindet es hinter der nächsten Biegung. Bergauf, bergauf, dem schmalen Lichtstreifen des aufkommenden Tages entgegen. Wir sind am Grand Canyon du Verdon, einem der europäischen Naturwunder – und haben einen der seltenen Sonnenaufgänge erwischt, von denen Fotografen in aller Welt träumen: Den Canyon im Nebel.

Die Fotosession auf der Route de Crêtes ist einer der vielen Höhepunkte der Rick’s VIP Blitztour, auf welcher gleich zwei Motorräder auf Herz und Nieren getestet werden: Der noch im Rohbau befindliche „Cafe Rodder“ von Rick´s-Kunde Toni absolviert seinen Shakedown-Run, die bereits am Faaker See vorgestellte „Voodoo Lounge“ wird in allen Einsatzlagen fotografiert und gefilmt. Ziel: Die Alltagstauglichkeit des 300 FatAss-Kit mit von Rick´s, welcher es erlaubt, 300er Hinterradreifen ohne Motor oder getriebeversatz in jeden Softail-Rahmen zu montieren (wir berichteten in Motorrad EXTREM 1). Dazu ist Rick keine Straße zu schnell, zu eng, zu holprig oder zu hoch. Von Höhe Null im Hafen von Saint Tropez (mit dem dazu gehörigen Stop-and-Go-Verkehrschaos) bis auf 2.326 m auf dem Col de la Cayolle in den französichen Seealpen reichte die Tour – und zwischendrin jede Menge schnelle französische Landstraßen ohne jeden Verkehr. Von den 550 km Anreise durch enge 1. Weltkrieg Vogesen-Pässe und verregnete französische Autoroutes gar nicht erst zu reden. Die „Voodoo Lounge“ überstand Regen, Holperstraßen und eine gehörige Dusche Schafsch… , als die Gruppe am Cayolle in den jährlichen Abtrieb von knapp 10.000 Schafen geriet.

Sch… drauf, dann lieber zurück zu anderen Tieren: Mit 124 Pferden aus den bewährten Händen von Harley-Motorenpabst Günther Sohn hatte Rick auf seiner „Voodoo Lounge“ immer die Nase vorne. Ein Dreh am Gasgriff katapultierte das Bike aus jeder Serpentine. Bergauf, bergab, auf den langen Etappenstrecken der Route Napoleon, zwischen Gap und Barcellonette oder der finalen 200 km Etappe von Saint Tropez nach Marseille. Mit Serienrahmen und mittig montiertem 300er Breitreifen in der Schwinge zeigte die Maschine Fahrleistungen, die so manchen anderen Teilnehmer ausbremsten. Schräglagen bis zum Anschleifen des seitlich montierten Nummernschildes waren immer drin und selbst V-Rod-Fahrer mussten dieser Leistung Tribut zollen.

Möglich wird dies durch die Schwingenkonstruktion: Rahmen, Motor, Getrieb und Primär verbleiben an ihrem angestammten Platz. Kein Versatz nach außen vermindert den Kurvenwinkel, die Bdenfreiheit wird durch die verbaute Legend Air Suspention sogar noch erhöht, die mögliche Schräglage erweitert…

Das Bike ist ein Komplettaufbau von Rick´s House of Custom und zeigt einmal mehr, wozu das Rick´s-Team fähig ist. Erstklassige Metallarbeit an Fendern, Tankverlängerung und Komponenten, die stilechten, einteiligen Rodder-Design-Räder, Rick´s Drive Side Brake System und nicht zuletzt die neue Schwinge, welche durch die Verwendung von zwei Riemen – einer vom Getriebe zur Zwischenwelle im Pivot-Punkt, der andere von der Zwischenwelle zum Belt-Pulley – zentriert eingebaute Breitreifen zu einem Kinderspiel machen. Kein Wunder, dass sich das House of Custom seit der Vorstellung im April 2007 vor Aufträgen kaum noch retten kann. Dass man dabei als „Nebenprodukt“ noch auf den schönsten Motorradstrecken Frankreichs rollte, war das Tüpfelchen auf dem „i“. In beiden Fällen – Tour und „Voodoo Lounge“ – kann man nur folgern: Test bestanden!

Route Napoleon – von Golfe St. Juan nach Grenoble. 

Als Napoleon am 1. März 1815 in Golfe St. Juan an Land ging und sein Exil in Elba erneut gegen den Thron in Paris austauschen wollte, hat er wahrscheinlich schon geahnt, dass diese Route mal eine Wallfahrtsstrecke werden könnte. Dazu war sich Napoleon der Bedeutung von Symbolen, Rede und Presse nur zu bewusst. Dass diese Route eine Lieblingsrennstrecke von Motorradfahrern werden könnte, das konnte Napoleon noch nicht wissen. Von den ursprünglichen Trampelpfaden und Römerstraßen sind nur noch Fragmente übrig – und mitnichten entspricht die heutige Streckenführung dem Weg, den Napoleon einschlug, um den Royalisten im Rhone-Tal zu entgehen. Kurz vor Grenoble, dort wo bei Laffrey noch heute eine Statue zur Erinnerung steht, kam es zum „Showdown“: Napoleon trat aus seiner Begleiterschar hervor und stellte sich den ihm entgegengesandten Truppen,

welche nach seiner Ansprache sogar ihrem Offizier den Feuerbefehl verweigerten. Man kann Weltgeschichte immer so oder so deuten, aber hätte an diesem Tag nur ein Grenadier den Abzug betätigt, würden heute noch über 40.000 Menschen mehr Nachfahren produziert haben. Waterloo.

Die schönsten Tourenstrecken sind Abstecher rechts und links der Route Napoleon: Sei es die Bergfestung St. Eynard über Grenoble, der Übergang über den Col de la Cayolle oder die unvergleichlichen Schluchten des Verdon – in den französischen Alpen gibt es viel zu entdecken. Auch wer stur der Route folgt, wird zahlreiche malerische Städte erleben und über eine fast perfekt ausgebaute Straße rollen, das Abenteuer lockt aber auf jenen Pässen, deren Straßen noch nicht so fett gedruckt sind. Informative Websites für Route Napoleon Tourer: http://www.route-napoleon.com

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