Bikes

Rick’s Motorcycles feiert 15-jähriges Bestehen: 

Mit einem sehr speziellen Custombike!

Eineinhalb Jahrzehnte im deutschen Customizing müssen gefeiert werden – besoders wenn diese 15 Jahre eine für die Deutsche und Europäische Szene ziemlich einzigartige Erfolgsgeschichte darstellen. Eine Erfolgsgeschichte, die kurz nach diesem Bike als offizieller Harley-Davidson Dealer ihre Fortsetzung fand. In diesen Jahren haben zahlreiche Umbauten und “Special Bikes” die Werkräume von Rick’s Motorcycles in Rastatt und Baden-Baden verlassen, aber ein Motorrad für so ein rundes Jubiläum, ein „Anniversary-Custombike“ ist natürlich eine ganz eigene Sache. Warum dieses Motorrad eigentlich vier Räder hat und warum das Rick’s Team für diese Radgröße die Springergabel “neu erfinden” musste wird hier ebenso enthüllt wie die Tatsache das dieses Motorrad mal eine „Night Train“ war – und noch immer mit einen Serienrahmen fährt! Tricky Ricky!

Die „Stunde Null “ von Rick’s “Geburtstags-Custom” datiert noch viel länger zurück: „Ich begann Motorradfahren mit 18 im Sattel einer Kawasaki Z 1000 J“, erinnert sich Rick: „Das Bike hatte, sagen wir etwas milde, gewisse Fahrwerksschwächen und ich baute andere Lenkkopf- und Schwingenlager ein.” Das war 1987/88. Die Fahreigenschaften der Kawa verbesserten sich um einiges, aber nicht wirklich auf das von Rick gewünschte Level. In der Zwischenzeit hatte einer seiner Freunde einen Starrahmen erworben um sich seine eigene Custom-Harley zu bauen. In den TÜV-geplagten Zeiten der 80er Jahre eine, gelinde gesagt, echte Herausforderung. Rick lieferte dazu diverse Detaillösungen wie Kupplungsdruckplatte, Kickstarterpedal und Auspuffhalterungen, stabil genug um auch im Alltagsbetrieb zu bestehen. Das alles in “Nachtschicht” oder nach Feierabend, wenn es sein Hauptjob bei einem großen Deutschen Autohersteller es zuließ.

Zwei Jahrzehnte später sind es vor allem Besitzer besagter Premiummarke, die sich an der Schaufensterscheibe von Rick’s „House of Custom“ die Nasen platt drücken: Auch das “House of Custom” in der Flugstraße begeht im Jubiläumsjahr 2009/2010 5-jähriges Bestehen. Eine nicht geringer Anzahl der Schaufensterbesucher rollen früher oder späer ein Rick’s Custombike in den Sonnenuntergang. Custombike „Made by Rick’s“ haben in der Deutschen und Internationalen Harley-Davidson und Custombike-Szene einen herausragenden Ruf, ähnlich jenem der Deutschen Edeltuner auf dem Automobilssektor. Höchste Zuverlässigkeit, verbunden mit exzellenter Handwerkskunst und der typische Rick’s Stil, der auf immer wieder neue Art variiert oder verbessert wird: Ein Stil wie er sich auch in dem Geburtstags-Bike von 2009/2010 wiederfinden sollte um Rick’s „Wurzeln“ mit den in den letzten Jahren entwickelten Teilen zu verbinden: Wir begannen mit dem Import von „Mid-USA“ und „V-Twin“ Teilen, besuchten Swapmeets wie die „Moto Classica“ und bauten die ersten wilden Customs“, erinnert sich Patrick, „in 1994 bauten wir ein Bikeproject auf Basis eines holländischen VG Frames Fahrwerks, was uns auf den Gedanken brachte, einen eigenen einbaufertigen Breitreifen-Kit zu entwickeln.“ Die Schwingen kamen damals von VG Frames, Edelstahl-Räder von HPU. Die erste „eigene“ Produktion – Harley-Davidson’s „Fat Boy“ Modelle waren damals ein wirklich “heißes Eisen” und beliebtes Umbauobjekt – war die Verbreiterung der Fat Boy Scheibenräder. Das brachte auch das Rad bei Rick’s zum rollen. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Rick arbeitete sich so tief in das Thema ein das ihm bald auffiel das viele der auf dem Zubehörmarkt als “Custom” angebotenen Felgen und Räder in keinster Weise den Ansprüchen des Alltagsbetriebs entsprachen. Das ging so lange gut, als niemand einen genauen Blick darauf warf, aber mit zunehmender Zahl der Umbauten wurde man natürlich auch bei den Behörden hellhörig – und in Deutschland braucht ja alles Brief und Siegel…

Das gilt auch für das “Geburtstagsbike” von Rick’s: Also Serienrahmen und Motor, wenn auch nicht ohne kleine Kraftspritze für den Treibsatz. Günther Sohn war lange Jahre ein oft gesehener Gast bei Rick’s – und bekannt für seine perfekt aufgebauten Motoren. Als das Triebwerk zurück in die Halterungen gesetzt wurde, spukte der Dyno-Prüfstand satte 127 PS auf dem Leistungsdiagramm aus. Nicht schlecht! Dennoch kann die Maschine durch alle offiziellen Harley-Dealer weltweit gewartet werden. Der Rest ist Rick’s – Rick’s vom allerfeinsten! CNC-Abteilung und Metallwerkstatt gaben ihr Bestes für dieses Projekt – und aus den bereits existierenden Rad-Linie leitete das Entwicklungsteam ein neues Design ab: Den „Megaspoke“ Look. Der wird nur auf Anfrage gefertigt, ist doch die Fertigung dieser Räder extrem aufwendig und nicht unbedingt billig. Dafür aber exklusiv: Für jedes einzelne Rad wurden zwei komplette 13-Speichen Räder gefräst (auch diese eigens für dieses Motorrad entworfen), auf der CNC-Maschine gefräst und dann (fast) in der Mitte auseinandergeschnitten, wonach die beiden übrig bleibenden Hälften mit Titanschrauben montiert werden. Ein absoluter Hingucker, allerdings für den Preis das für jeden Radsatz VIER Felgen gebraucht werden!

Schon die Radgröße signalisiert neue Ideen: 11.25 x 20 Zoll am Hinterrad – das kann im Serienrahmen nur mit Rick’s „Fat Ass“ Schwingen-Kit realisiert werden. Dieser Umbausatz besitzt zwei Antriebsriemen zum Hinterrad und überträgt die Kraft durch eine im Schwingendrehpunkt sitzende Zwischenwelle – was die Riemen völlig von Stress durch Federung befreit. Der Umbau-Kit von Rick’s wird mittlerweile von offiziellen Harley-Davidson Dealern und Customizern weltweit verwendet. In diesem Fall auch mit dem Rick’s „Drive Side Brake“ System, welches volle Sicht auf den Speichenwald auf der rechten Bike-Seite erlaubt. In voller Fahrt ein hypnotisierender Anblick!

Vorderrad und Springergabel boten eine weitere Herausforderung: Ein 23-Zoll Vorderrad dieser Größe war nicht für Marktüblichen Springer-Gabeln gedacht. Zur Integration von Durchmesser und Felgengröße wurde eine Springer-Gabel komplett zerlegt, die einzelnen Komponenten in CAD eingegeben und analysiert. Rick geht hier nicht in die Details, erklärt aber nicht ohne einen berechtigten Stolz: “Letztlich haben wir das Teil von Grund auf neu konstruiert und gebaut…”. Jeder der sich mit einer Kombination aus Springer-Gabeln und Rädern größeren Durchmessers beschäftigt, sollte einen Blick auf diese Gabel werfen.

Ein Markenzeichen von Rick’s Motorcycles ist seit jeher die exzellente Metallarbeit an Rahmen und Karosserieteilen: Alles passt perfekt zusammen. Verlängerungen, Anpassungen und handgefertigte Einzelstücke fügen sich in ein harmonisches Gesamtbild vom Vorderrad bis zum Abschlusradius des Heckfenders. Alles aus “Heavy Metal” handgefertigt, verzinnt und geglättet für einen perfekten Look in der Metallwerkstatt des „House of Custom“. Die dortigen Spezialisten beherrschen ihr Handwerk perfekt, sei es die Metallverformung mit dem Schlaghammer oder das Verzinnen der Nähte mit der Lötlampe. Nie zufrieden bevor eine perfekte Form erreicht ist und die Oberflächenqualität den Serienzustand übertrifft. Während die Rick’s Historie in das 16. Jahr geht, ist das „15th Anniversary“ Bike bereits “Geschichte“:  Entgegen seinen ursprünglichen Plänen konnte Rick sein „New School“ Geburtstagsgeschenk gar nicht selbst fahren: Auf Anhieb verliebte sich ein Kunde in das Einzelstück – und weg war es. Aber statt zu trauern ist Rick zu sehr Geschäftsmann: Neu Projekte stehen hier wöchentlich am Start – und das nächste “runde” Jubiläum ist nicht weit…

Text: HRF

Fotos: Motographer.de / Peter Schulz

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